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Impressionen vom 14. Holzenergie-Symposium

 

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Tim Steindamm von Seeger Engineering (D) zeigte auf, dass WKK-Anlagen mit einem Wärmespeicher flexibel betrieben und bei variablen Stromtarifen wirtschaftlich optimiert werden können. Als Beispiel diente eine ORC-Anlage von 1 MWe. Im Projekt wurden verschiedene Fahrweisen untersucht und eine leichte Verbesserung der Wirtschaftlichkeit durch Direktvermarktung erzielt. Die Investition des Wärmespeichers zur Erhöhung der Flexibilität ist jedoch unter heutigen Bedingungen nicht wirtschaftlich.

Stefan Thalmann von Verenum stellte eine Methode vor, mit der die Güte der Wärmabnehmer in einem Fernwärmenetz ermittelt und daraus das Optimierungspotenzial für das Netz bestimmt wird. Die Analyse basiert auf der Temperaturspreizung zwischen Vor- und Rücklauf und der daraus erzielbaren Wärmeleistung des Netzes. An zwei Netzen wurde je ein Wärmeabnehmer identifiziert, der die Effizienz des Netzes stark negativ beeinflusste. Mit einfachen Massnahmen konnten die Rücklauftemperatur um über 1 K abgesenkt. Dadurch können die Netzverluste verringert und die Netzkapazität deutlich erhöht werden. Die Massnahmen sind in kurzer Zeit amortisiert.

Dr. Georg Weinhofer, Leiter Logistik von Coop führte aus, dass auch die Bäckereien zu den CO2-Emissionen beitragen. Für die im 2016 in Betrieb genommene Grossbäckerei in Schafisheim wurde deshalb eine Energieversorgung mit Thermoöl bei knapp 300 °C gewählt, das über eine Biomassefeuerung erhitzt wird. Als Brennstoff kommt eine Mischung von Waldhackschnitzeln und von nicht verwertbaren Müllereinebenprodukten (MNP) zum Einsatz. Die Biomassefeuerung verfügt über eine Leistung von 2.9 MW. Zur Abgasreinigung kommen eine Abgasentstickung mit SNCR sowie eine Feinstaubabscheidung mit Elektroabscheider zum Einsatz. Die Bäckerei produziert rund 60 000 Tonnen Brot und Backwaren jährlich. Die vom Bundesamt für Energie als P+D-Projekt unterstützte Anlage zeigt, dass Biomasse auch hochwertige Prozesswärme erzeugen und damit fossile Energieträger effizient ersetzen kann.

Am Ende der Tagung wies Thomas Nussbaumer als Fazit darauf hin, dass Holz in den nächsten Jahren weiter zur Substitution fossiler Enerigeträger im Wärmesektor beitragen kann. Sobald Lenkungsmassnahmen zur Reduktion fossiler Energien wirksam werden, was viel grössere Anreize oder Einschränkungen als heute voraussetzt, wird Holz daneben vermehrt für solche Anwendungen zum Einsatz kommen, für welche Umweltwärme und andere erneuerbare Energien nicht oder nur beschränkt geeignet sind. Nebst der Wärme-Kraft-Kopplung ist dies die vor allem die Erzeugung von Prozesswärme bei erhöhten Temperaturen, wie das Beispiel der Grossbäckerei in Schafisheim zeigt. Diese Veränderung und eine vermehrte Ausnutzung der Speicherbarkeit von Biomasse werden zusätzliche Herausforderungen und Chancen für neue Entwicklungen mit sich bringen.

 

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